Zum Inhalt springen
Max Herbst: Experte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Max HerbstExperte für Baufinanzierung und Zinsentwicklung
Aktualisiert am 19.06.2026

Zinsentwicklung bei den Tagesgeldzinsen

Tagesgeldanlagen gehören zu den beliebtesten Geldanlagen in Deutschland. Man spricht dabei auch von täglich verfügbaren Geldanagen. Wie die kleine Grafik zeigt, reicht die Angebotsspanne von null bis vier Prozent Verzinsung. Es gibt immer noch Banken in Deutschland, die dem Anleger für die Tagesgeldanlage null Prozent Zinsen bezahlen. In Zeiten, als die Tagesgeldzinsen sogar ins Minus rutschten, war eine Verzinsung von null Prozent zeitweise schon ein guter Zinssatz. Vermögende Kunden akzeptierten diesen Minizins, weil in Deutschland bei sehr vielen Banken die Geldanlagen unbegrenzt oder aktuell bis drei Millionen pro Kunde und Bank vor Pleiten absolut sicher sind. Vielen Anlegern waren damals null Prozent Zinsen lieber als unsichere höhere Anlagemöglichkeiten.

Wenn man Tagesgeldzinsen nahe oder sogar über dem Einlagenzins der EZB angeboten bekommt, sollte man genau hinschauen, weil es sich dabei fast immer um Aktionszinsen handelt, die nur für einen bestimmten Zeitraum oder auch nur in Verbindung mit der Eröffnung eines Giro- oder Depotkontos gelten. Diese Aktionszinsen werden ausschließlich zur Neukundengewinnung eingesetzt. Dies ist defacto nicht negativ, sondern es sollte dem Anleger nur bewusst sein.

Prognose: Tagesgeldzinsen für die nächsten Monate

Und wie wird es weitergehen mit den Zinsen? Auch Anfang Juni 2026 muss man unterscheiden zwischen den Tagesgeldzinsen für Bestandskunden und den Tagesgeldzinsen für Neukunden (Aktionszinsen). In der kleinen Grafik oben wird der Mittelwert von Bestands- und Neukunden abgebildet.  Der Tagesgeld-Mittelwert für Bestandskunden liegt Anfang Juni 2026 bei 0,80 Prozent und bei den Neukundenangeboten ist selbst der Mittelwert von 2,57 Prozent schon über dem EZB-Einlagenzins von zwei Prozent. In der Spitze gibt es bereit vier Prozent und das bis zu einem Anlagebetrag von einer Million Euro bei voller deutscher Einlagensicherheit.

Die Bestandskunden sollten sich keine Hoffnung machen und glauben, dass wegen der gefühlten steigenden Inflation (tatsächlich ist sie im Mai von 2,9 auf 2,6 Prozent gefallen) die EZB am 11.06.2026 den Einlagenzins erhöhen wird, und somit die Tagegeldzinsen steigen könnten. Innerhalb von zwölf Monaten hat sich der Mittelwert von 0,86 auf 0,80 Prozent gesenkt. Selbst wenn der eine oder andere Banker bei einer nicht erwarteten EZB-Leitzinserhöhung kundenfreundlich auch dem Bestandskunden ein klein wenig höhere Zinsen bezahlen will, signifikant werden diese Erhöhungen nicht ausfallen.

Anders sieht es aus bei den Tagesgeldangeboten für Neukunden. Diese haben sich seit Juli 2025 von 2,22 auf 2,57 Prozent im Durchschnitt erhöht. Und die Angebote werden in den nächsten Wochen weiter steigen, weil durch zwei Angebote mit vier Prozent für Neukunden, der Kampf um den Neukunden begonnen hat. Es werden nicht alle Banken vier Prozent dafür bieten, denn auf Grund Ihrer Bekanntheit könnten auch Zinsen von drei bis 3,5 Prozent reichen, um Neukunden mit Tagesgeldaktionszinsen zu gewinnen. Es geht dabei nicht um Inflation oder EZB-Entscheidungen, es geht nur darum, den Kundenstamm zu vergrößern.

Gewisse Abhängigkeit von Tagesgeldzinsen und EZB Einlagenzins